Chronik / News 2008

"Provokant" - Lesen mit Freunden
(Eintrag vom: 04.02.2008)

Freitag, 22.02.2008 / 19:00 Uhr

Bereits im vorigen Jahr war „Provokant“ in unserem Haus und bekam sehr gute Kritiken.

Zum wiederholten Mal sagen sie: „Leipzigs Literatur lebt!“ und laden zur Lesung in das Heinrich-Budde-Haus ein ...

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Leidenschaft und Witz
Im Heinrich-Budde-Haus feiert das Theaterstück „Der tolle Tag“ Premiere

(Eintrag vom: 18.01.2008)

Liebe und Hass, Begehren und Tränen, Eifersucht und Erotik. Das sind die Zutaten für das Theaterstück „Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro“ welches vergangenen Freitag im Heinrich-Budde-Haus Premiere feierte. Eine Laientruppe nahm sich des 230 Jahre alten Stückes von Beaumarchais an. In seiner Zeit war es revolutionärer Zündstoff, stellte es doch die alte Ständeordnung infrage.
Heute beflügeln die Leidenschaften und aberwitzigen Verstrickungen die Phantasie der Zuschauer. Zumal die Schauspieler mit Lust ihre Rollen ausfüllen und sichtlich Spaß am Spielen haben. Markus Taubert gibt den Grafen Almaviva, der Spielball von Intrigen seiner Untergebenen ist und sich darüber schrecklich erzürnt. So schreit und tobt Taubert, was zu Schrecken beim Zuschauer führte. Für den 31-Jährigen sind es eben diese Leidenschaften, die das Theaterspielen für ihn reizvoll machen.
Auch Kristin Hörmann, 17, zeigt sich fasziniert: „Ich möchte Schauspielerin werden. Schon seit dem Kindergarten stehe ich auf der Bühne“, blickt die Schülerin zurück. Mit Hingabe spielt sie Suzanne, die Braut Figaros. Zuweilen verschlagen, dann wieder anschmiegsam und ganz Frau umtänzelt sie die Männer des Stückes oder stampft bockig mit dem Fuß auf.
Man vergisst, eine Laienspielgruppe vor sich zu haben. Der professionelle Anspruch ist das Anliegen des Regisseurs der Truppe, Detlef Rogge. Und der ist Fachmann, wenn es um Bühnenarbeit geht. Jahrzehntelang arbeitete er unter anderem in Leipzig als Opernregisseur und war 13 Jahre Operndirektor des Staatstheaters Schwerin. In seiner Laufbahn brachte er viermal die Mozartoper „Die Hochzeit des Figaro auf die Bühne“. „Und jetzt war ich einfach einmal gespannt darauf, die dramatische Vorlage zu durchleuchten.“
Seit über einem Jahr probt die Truppe. Die Schauspieler rekrutierte Rogge zum Teil aus vorherigen Stücken, zum Teil kamen sie zufällig dazu. Viele davon sind wirkliche Neulinge. „Das ist natürlich ein Unterschied zum professionellen Theater. Das Theaterspielen ist für die Schauspieler nur eine Nebentätigkeit, sie haben ja noch Berufe oder gehen in die Schule, das verlängert die Probenarbeit natürlich.“
Aber Rogge sieht man die Zufriedenheit am Premierenabend an. Er weiß, dass seine Schauspieler ihr Bestes geben und ihr Talent strahlen lassen. Und lächelnd sagt er Sätze, die nur ein Regisseur sagen kann. „Mein Anspruch ist hoch. Die Schauspieler sollen mich ja nicht lieben, wir wollen zusammen ein gutes Stück machen. Und das machen wir. Es ist eine sehr gute Truppe, auf die ich stolz bin.“ Enrico Voigt
„Der tolle Tag“ ist heute und morgen ab 19 Uhr im Budde-Haus zu sehen.

Quelle: Leipziger Volkszeitung, 18.01.2008